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Eine Initiative des |
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"Ich möchte wirklich von Herzen reden."
Jeff Schindler, 18. März 1998 auf der Gateway Amiga 98
Ich möchte jedem für sein Kommen danken, speziell Bob und Diana (Sharp) für die Organisation. Es ist ein wunderbares Ereignis und meine erste Show in den USA. Wie Petro schon erwähnte, waren wir auf der Kölner Messe, welches eine großartige Erfahrung für mich war. Ich möchte natürlich auch Marilyn Flint, Darreck Lisle und Joe Torre vorstellen, alles Amiga Inc. Mitarbeiter. Und natürlich Petro, welcher den weiten Weg von Deutschland hierher auf sich genommen und immer zum Amiga gestanden hat. Eine andere Person möchte ich noch erwähnen, ich werde deswegen wohl Ärger bekommen, aber ich wäre nicht der Mann, der ich heute bin, ohne sie, und das ist meine Frau, Kim.
Ich hatte für heute eine Präsentation und eine Rede vorbereitet. Nun aber, nachdem ich das Wochenende mit Euch verbracht habe, habe ich entschieden, daß ich auf keine von beiden zurückgreifen möchte. Ich möchte heute wirklich von Herzen reden. Ich werde offen und ehrlich sein. Alles, was ich mit euch teilen kann, werde ich teilen und ich bin mir sicher, daß ihr hinterher viele Fragen haben werdet.
Ich möchte ein bißchen zu meiner Vorgeschichte erzählen. Ich fühle mich geehrt, daß Ted Waitt mich eingeladen hat, hier zu sein. Bevor ich zu Gateway kam, war ich verantwortlich für die Laptop-Abteilung eines Mitbewerbers und Ted fragte mich vor vier Jahren, "weißt du, du könntest uns bei unseren tragbaren Computern helfen". Ich sagte ihm "Nein, ich möchte mit Laptops nichts mehr zu tun haben." Darauf sagte er "Was möchtest du denn machen?". Und ich sagte, daß ich lediglich sehen möchte, was die Zukunft mir noch bringt. Er sagte: "Okay,", er ist ein cooler Typ, "mach, was du willst.". Ich verbrachte einige Monate mit Forschung und entwickelte das Konzept eines (einige von euch mögen damit vertraut sein) PC-TVs. Das ist ein interessantes Produkt. Es war schon mehr als nur der Versuch, diesen Markt zu schaffen, in dem Bewußtsein, daß die Märkte zusammenwachsen werden. Es ist schon erstaunlich zu sehen, daß alle unsere Hauptwettbewerber zur Zeit an sehr ähnlichen Produkten arbeiten. Es bleibt abzuwarten, wohin diese Entwicklung führt.
Ich glaube fest, daß meine Vision zu diesem frühen Zeitpunkt, in einer Zeit, als Gateway nicht als innovativ angesehen wurde, für Ted der gute Grund für seine Beurteilung der Chancen des Amiga gewesen ist. Tatsächlich, während meiner Arbeit an dem Endziel, sah ich dieses Projekt starten und all dieses passieren und ich wollte bei der nächsten Stufe dabei sein. Ich marschierte sehr spät abends auf der Arbeit durch die Halle und rannte in Ted Waitt und er sagte: "Komm mit, Jeff.". Ich dachte, er wollte nur plaudern. Wir redeten also und er sagte: "Ich möchte, daß Du nur über eines nachdenkst." Ich dachte, er wolle mich aufziehen, da ich immer an viele Dinge gleichzeitig denke. Rick Snyder, der damalige Präsident, kam auch und grinste mich an und ich dachte, diese Jungs wollten mich veräppeln. So wollte ich gerade gehen, als sie sagten: "Nein, komm zurück, komm zurück!". Er schaute mich an und sagte: "Ich möchte, daß Du über AMIGA nachdenkst." Das war kurz, nachdem Gateway Amiga gekauft hatte. Ich sagte "Ernsthaft?". Er sagte: "Ja, ich möchte, daß Du darüber nachdenkst. Schaus Dir an und schreib mir eine email und sag mir, was du vom Amiga hältst."
Einige von euch mögen meinen Hintergrund kennen. Als ich im College war, arbeitete ich für eine Firma und über die Jahre kam ich tatsächlich in deren Zentrale. Das war damals, als es all die Commodores, Ataris, TI, Activision und all die Gesellschaften gab. Es war eine große Handelskette und sie beauftragten mich tatsächlich, in all deren Läden zu gehen, dort die Mitarbeiter zu trainieren und denen dort alles über diese Warengruppe beizubringen. Mein Gehalt wurde damals sozusagen durch Commodore bezahlt. Dieses war so komisch, weil wir zuhause (ich schäme mich, das erzählen zu müssen) Ataris und Commodores hatten und, wir hatten sie alle. Meine Meinung war, daß die VIC 20 das beste Ding war.
Ich brachte meinen VIC 20 nach Hause und verbrachte die ersten 4 Stunden mit dem Programmieren eines Mini-Programms, wobei mir der Speicher ausging. Ich mußte zum Laden zurückgehen, ging nach hinten und grabschte mir eins von diesen dicken Modulen mit Megaram oder irgendwas mit K oder was weiß ich. Es war dieses riesen Ding und nach nur 4 Stunden Programmierarbeit reichte es schon nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das bedeutet, daß ich ein schlechter Programmierer bin, aber ich sagte immer, als ich zurück ging und das College beendete, daß die Commodores die besten dieser Maschinen waren und ich sie immer liebte. Dieses ist sozusagen meine Vorgeschichte.
Seit ich diesen Job übernommen habe, wurde mir vor allen Dingen bewußt, daß Amiga nicht nur eine ehrfurchteinflößende Technologie ist, die wirklich ihrer Zeit weit voraus war; es ist mehr als eine Technologie, es sind die Leute. Die Werte, die Hingabe, es sitzt im Herzen. Ich will sagen, daß wir durch schwere Zeiten gehen, und es ist sehr schwierig für mich, wenn ich an Hand von EMails und Telefongesprächen erfahre, welche Firmen den Amiga hängen lassen. Das tut weh. Es schmerzt so sehr, daß ich manchmal zu meiner Frau sage: "Ich weiß nicht, ob ich das noch länger mitmache." Ich möchte die Leute aber nicht hängen lassen. Fakt ist aber, daß Gutes seine Zeit braucht. Wir müssen geduldig sein. Damit habe ich sehr zu kämpfen. Ich treffe mich mit dem Management von Gateway und sage "Ich möchte dies machen." und sie sagen "Glauben Sie, daß das der beste Plan ist?". Vielleicht nicht, also zurück zum Zeichenbrett, lassen Sie uns eine andere Idee hören. Seit ich angefangen habe, habe ich mindestens 12 verschiedene Geschäftsstrategien für die Zukunft des Amiga ausgearbeitet. Diese Pläne handeln nicht davon, "Was wir in den nächsten 6 Monaten machen werden".
Diese Pläne handeln von "Was wir 2001 oder 2002 machen werden.". Es ist sehr frustrierend, denn ich möchte alles in Gang bringen und, ja, wir arbeiten an einem Update für das Betriebssystem. Es gibt viele Dinge, die wir als Übergangslösung tun können, bis der Zukunftsplan fest steht, dies begeistert mich zur Zeit besonders. Das ist eines der guten Dinge, die passierten, weil ich so oft zum Zeichenbrett zurückgegangen bin und nun habe ich einen Plan. Dieser Plan übertraf meine Erwartungen und ich bin ganz aufgeregt deswegen. In Bezug auf das, was Mitch sagte, ist, daß der große Wettstreiter, den wir kennen Besitzer der heutigen Standards sein kann, aber er besitzt nicht die Zukunft.
Ich bin überzeugt, daß das, was wir als "digital connected global society" (digital vernetzte globale Gesellschaft) bezeichnen, das ist, was die Zukunft bringen wird. Dies bedeutet, basierend auf der Akzeptanz des Internets, die Notwendigkeit der Menschen in Zukunft vernetzt zu sein; es wird Teil unseren täglichen Lebens werden. So ist es bereits für Euch, aber ich rede von den Menschen, die niemals Computer haben wollten. Es wird Teil werden der Ausbildung. Es wird Teil ihrer täglichen Arbeit werden. Daher ist dies eines der großen Dinge, die uns antreiben werden. Die andere Sache ist die digitale Revolution. Alles wird digital, digitale Medien.
Im Wesentlichen sind es die zwei Dinge, von denen ich überzeugt bin, nämlich die Notwendigkeit, vernetzt zu sein und die Notwendigkeit, den digitalen Kram zu verstehen sowie deren Unterhaltungswert. Den Realismus, den Digitales erzeugen kann, die Fähigkeit (und ihr Jungs hab es bewiesen, mehr als andere), ihr habt Eure Vorstellungskraft genommen und sie digital projeziert. Ich bin erstaunt, wenn ich sehe, was NewTek geschaffen hat, wenn man einen Film sieht und sie dann sagen, "Naja, Ihr wisst, die gesamte Scene hatte nichts mit dem Video zu tun. Es sind alles digitale Grafiken, die das erzeugen." Stellen wir uns vor, was daraus in Zukunft werden kann. Ich denke, diese beiden Dinge werden einen brandneuen Markt hervorrufen. Und, was sagt uns das? Den anderen Typen gehört dies noch nicht.
Ich bin überzeugt, daß sie versuchen werden, es in Besitz zu nehmen, aber es gibt drei gundlegende Aspekte, die als Ängste, zumindest bezogen auf die USA, die Inbesitznahme ins Stocken bringen. Man sagt, 40% der Haushalte in den USA haben einen PC, naja und 60% nicht. Warum? Ich bin überzeugt, es sind die drei Ängste und das gilt genauso für den Rest der Welt. Die erste Angst ist, wie viel Zeit werde ich benötigen bis ich verstehe, wie ich das dumme Ding benutzen kann. Und wenn ich es dann einsetzen kann, bringt es mir wirklich das, was ich erwartet hatte? Sie haben Angst, ein Produkt zu kaufen, was all diese Dinge auf dem Bildschirm hat und es ist dann so, "Ich sehe hier nichts, das mir verrät, wie ich nun eine Mail abschicken kann" oder ähnliches. Ich glaube, daß es hier große Ängste gibt und wenn wir es schaffen, diese Dinge zu vereinfachen, dann werden wir eine Brücke hin zu dem neuen Markt bauen können.
Eine andere Sache ist die Geldanlage. Wie viel Geld möchte ich überhaupt für den Kauf eines PC investieren, wenn ich doch einen Notzizblock benutzen kann; soll ich dieses neue Ding kaufen, wenn ich einfach fernsehen kann; soll ich diese neue Box kaufen, wenn ich einfach mein Telefon benutzen kann? Ich kann ein Magazin lesen, und solche Dinge. Ich glaube, daß wenn die Preise weiterhin fallen, werden wir auch den PC-Markt fallen sehen, aber bedingt durch dieses Betriebssystem, das so viele Resourcen benötigt. Wann kommen sie endlich an den Punkt, wo sie eigentlich hin wollten? Es wird ein hartes Stück Arbeit für sie. Ich bin überzeugt, daß das Amiga-Betriebssystem die Leistungsfähigkeit hat, um solche Produkte darzustellen.
Die andere Sorge, die die Menschen haben, ist das Veraltern. Wenn Du dieses heute kaufst, dann kommt nächste Woche was Neues raus und Du wirst nicht in der Lage sein, es zu kaufen. Oder der Wert wird derart fallen, weil bereits eine CPU angekündigt wurde oder was auch immer. Ich glaube, daß wir dies mit meinem neuen Plan vermeiden können. Dies ist eine Sache, über die ich nicht sprechen kann, aber es gibt einen Weg, es doch zu tun, und dies wird heute nicht auf den typischen Architekturen basieren, aber es kann getan werden.
Wir müssen unbedingt über Standards reden. Denn dieser Markt wird von all diesen Firmen beobachtet, zunächst gibt es die PC-Firmen, die Verbraucher-Märkte, Telefongesellschaften und Fernsehgesellschaften ... Sie stecken alle in einem riesigen Aquisitions und Kooperartions- Durcheinander, da sie nicht wissen, wer der Anführer sein wird. Es taucht immer wieder die selbe Frage auf. Wollen sie einen Standard für diese neue Industrie? Ich denke, sie wollen Standards, aber sie wollen nicht von irgendeiner Firma kontrolliert werden. Ich denke, das ist eines der großen Dinge, die wir tun können. Wir können uns unsere Konkurrenten ansehen und sagen: "Was machen die falsch und was können wir richtig machen?". Das ist der Grund, warum ich nicht aufstehe und vom Thema ablenke, indem ich Versprechungen mache über "vapoware" (nicht existente Produkte), die wir in den nächsten zwei Jahren rausbringen können. Wenn wir schon sagen, was wir tun werden, dann möchte ich wirklich ehrlich sein und sagen, es wird kommen, es ist wahr, das wird passieren. Die schwierige Sache dabei ist, daß es Zeit braucht, um diese Dinge zu entwickeln. Und es braucht Zeit, es auf den Markt zu bringen. Was ich Euch sage, ist, daß wir immer wieder an die Talsohle kommen werden, und wir werden dies so lange tun, bis wir endlich da raus kommen können. So, was ich Euch auch noch sagen möchte ist, daß wenn Ihr andere Sachen zu tun habt, was immer Ihr tun müßt, um zu überleben, verlaßt niemals den Teil Eures Herzens, der für Amiga schlägt.
Ihr wollt sicherlich etwas über das Upgrade hören.
Wir haben wenig Personal, wir haben einige Leute, die wir unter Vertrag genommen haben. Und Ihr habt wahrscheinlich sehr viele Gerüchte gehört, daß wir mit anderen Firmen arbeiten, um das Upgrade rauszubringen. Das ist wahr. Wir arbeiten mit verschiedenen Firmen zusammmen, und nehmen das, was entwickelt wurde; wir nehmen die besten Stücke und versuchen, sie zu integrieren, und wir fügen neue Dinge hinzu und kommen mit einer Release raus. Petro sprach vom dritten Quartal dieses Jahres. Wir wissen nicht genau, wann wir damit rauskommen können, aber sobald wir der Sache näher kommen, werden wir das bekannt geben. Generell kann ich Euch erzählen, in welchen Bereichen wir die Prioritäten setzen. Am härtesten arbeiten wir daran, eine komplette Internet-Lösung zu haben. Wir würden gerne Verbesserungen der Benutzeroberfläche machen. Wir möchten mehr Industrie-Standards unterstützen, so viele, wie geht in diesem Release.
Die andere Sache, die sehr wichtig ist, ist daß wir nicht planen, in naher Zukunft einen neuen Rechner rauszubringen, da wir eine Lizenz- und Technologie-Firma sind. Wir sind auf der Suche nach OEMs, die die Hardware und diese Dinge machen. Wir lizensieren diese Technologie. Was wir wirklich von Euch allen, von den User-Groups, bis hin zu dem ICOA und den Developer-Groups wissen müssen, ist, was Ihr entwickelt und was Ihr gerne sehen würdet. Wir wollen diese Dinge im Betriebssystem unterstützen.
Weiterhin wollen wir bessere Dokumentationen, ganz speziell für die Entwickler, bieten. Es ist wichtig, daß wir einen Überblick über die neuen Änderungen haben, dennoch möchten wir, daß die Amiga-Gemeinde entwickelt, entwickelt und entwickelt. Wenn jemand mit einem neuen Gerät ankommt, einem Roboter, der auf Amiga-Technologie basiert, so würde ich sagen, "go for it" (immer los).
Grundsätzlich arbeiten wir an diesen Dingen und da sind noch mehr. Ich will damit sagen, daß ich mich nicht nur auf das, was wir als OS 3.5 bezeichnen, konzentriere. Ich will mich auf das konzentrieren, was wir als "expanding operating system and go to new levels" (expandierendes Betriebssystem und auf zu neuen Ufern) bezeichnen. Denn 3.5 wird lediglich der Anfang sein. Denn es wird noch mehr geben, ds wir hinzufügen wollen. Deshalb, glaubt nicht, wenn 3.5 rauskommt: "Oh, das war alles, woran die Jungs gearbeitet haben.". Nein, wir arbeiten noch an einer Menge anderer Sachen. Sie sind bis dahin nur noch nicht fertig, um sie zu diesem Zeitpunkt zu veröffentlichen. Vergeßt niemals den großen Plan. Und ich will noch Folgendes erzählen. Ich sagte es diese Woche zu meinen Angestellten. Sie sollten sich setzen und ich sagte: "Jungs, habe ich Euch zu sehr ignoriert?" Und sie sagten ja. Ich sagte: "Das war Absicht.". Sie fragten warum, und ich sagte: "Weil wir herausfinden müssen, was die Zukunft sein wird. Das soll aber nicht heißen, daß wir nicht an dem aktuellen Kram weiterarbeiten, weil wir das ebenso benötigen. Aber, wenn wir unsere Zukunft festigen können, dann können wir stärker zurückkommen, stärker als wir jemals waren. Daran habe ich gearbeitet." Daher möchte ich Euch das selbe sagen. Es tut mir jetzt leid, daß ich Euch ignoriert habe. Das ist wahr. Ich versuche, an der Zukunft zu arbeiten und möchte sie verbessern, um uns damit in die Zukunft zu bringen. Es wird bis dahin noch etwas dauern, aber wir werden es in schaffen; es wird ein großes Fest werden.
Ende der Rede.
Amazing Computin/Amiga Editor`s Anmerkung:
Jeff Schindler hielt diese Rede vor mehreren hundert Amiga-Usern, die sich in die Ausstellungshallen der St. Louis Gateway Amiga 98 Show, am Samstag, den 14. März 1998 gezwängt hatten. Vor Jeff Schindler hatte Petro Tyschtschenko einige Probleme diskutiert, die den Erfolg von Amiga International betreffen. (Lesen Sie diese Rede separat) und Mitch Stone präsentierte die Probleme einer Microsoft-Welt. ...
Übersetzung von Anja und Hendrik, Montag/Dienstag 24.03.98...