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29. Mai 1998 - BootNet sagt, "Welcome Back Amiga"
Der Amiga ist wieder im Geschäft
Von Amiga Inc. mit der Erlaubnis von BootNet veröffentlicht
Nach einigen Jahren der Meditation ist der Guru wieder aufgetaucht. Letztes Jahr hat Gateway eine Chance genutzt, und die Patentrechte am Amiga-Computer gekauft. "Nach zehntausenden von E-Mails, Faxen, Briefen und Anrufen von Unterstützern des Amiga, erkannte Gateway, daß es eine riesige, passionierte Gemeinde gibt, von deren Existenz sie gar nichts wußten", so sagte der Amiga-Sprecher Bill McEwen. Die Ankündigungen auf der "World of Amiga"-Konferenz in London letzte Woche zeigten, daß Amiga Inc. wieder im Geschäft ist.
Die 68000-CPU-Familie verlassend, wird der neue Amiga auf einem, wenn auch jetzt noch namenlosen, "Multimedia"-Prozessor laufen. Von dieser CPU wird die 5 bis 10-fache Geschwindigkeit heutiger PCs erwartet, und die Fähigkeit der 3D-Unterstützung mit eine Kapazität von 400 Mio. Pixel pro Sekunde (derzeitige Highend-Videokarten liegen in der Nähe von 50 - 100 Mio), vier simultane MPEG-Videostreams, Highspeed-Internet-Verbindungen, bei Aufrechterhaltung der Abwärtskompatiblität. Alles das zu einem Preis von ca. $500 für einige Modelle.
AmigaOS Version 5.0 wird gegen Ende nächsten Jahres erscheinen. Viele Spekulationen besagen, daß die Firma vielleicht versuchen wird, ganz oder teilweise die Linux- oder Java-Betriebssysteme in den neuen Kernel einzufügen. Dies soll nächsten Monat öffentlich gemacht werden.
Seit seinem Erscheinen 1985 stand der Amiga unter schlechtem Management und Marketing. Ungeachtet der Erkenntnis, daß der Amiga heute eine "tote" Plattform ist, gibt es jeden Monat nicht weniger als 30 Publikationen, eine riesige Anhängerschaft im Untergrund aus Software-Entwicklern, und sogar ein paar Hardware-Hersteller. Seit dem Kauf durch Gateway gab es viele Lizenzierungen durch Spiele-Firmen, und verschiedene Applikationen wurden portiert. Navigator, Opera, Quake und Myst, um einige der bekannteren Titel zu nennen.
Der originale Amiga war der Welt erster multimediale Computer, ausgerüstet mit Motorolas 68000-CPU und fortschrittlichen, speziellen OnBoard-Chips für Grafik- und Soundausgabe. Mit scheinbar trägen 7MHz konnte er sogar Fullscreen-640x480-Animationen mit 30fps abspielen, ohne einen Frame auszulassen. Versuchen Sie das mit Ihrem heutigen PC. Es war eine echte 32bit-preemptive-Multitasking-Umgebung mit Merkmalen, die sogar heute von Windows95 erst noch realisiert werden müssen. Shared libraries, die dynamisch, je nach Bedarf des Systems, in den Speicher geladen und wieder gelöscht wurden, und wieder verwendbare Funktionen für OS-Tasks, waren eine Technologie, von der Windows nur hoffen kann, diese mittels seiner DLL-Files durchzuführen, die für jede Applikation ein extra Beispiel brauchen. Damals, als 100-MB-Festplatten als groß galten, hatte das AmigaOS ein Filesystem, daß Gigabytes verwalten konnte. Wide-SCSI war in vielen Modellen integriert und nahe am Prozessor plaziert, womit der Bustakt überlistet wurde, der sonst die Übertragungsraten verringert hätte.
Übersetzer dieses Artikels: Martina Jacobs 31.05.1998