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Amiga bereitet sich auf Comeback vor
07.06.98 von Andy Patrizio
Quelle Originalartikel: Techweb
Es ist fünf Jahre her, seitdem das Commodore-Schiff sank und mit ihm der Amiga-Computer. Nun arbeitet Gateway, das Unternehmen, welches 1997 Commodores Aktiva aufkaufte, an der Wiedergeburt des Amiga. Dies beinhaltet auch eine offene Lizenzsierung der Technologie an Dritthersteller.
Viele glaubten, der Amiga sei bei seiner ersten Auslieferung 1985 den PC`s und MacIntoshs aufgrund seines preemptiven Multitasking (bei nur 512 KByte RaM) und der durch die Custom-Chips erzeugten hohen Grafikauflösungen überlegen. Außerdem erfreute sich der Rechner einer gewissen Beliebtheit in Europa, die er jedoch nie in den USA erreichen sollte.
Nach Commodores Konkurs 1993, wurden die Vermögenswerte an verschiedene europäische Unternehmen verkauft. 1997 kaufte Gateway die Patente und nach dem Erhalt tausender Briefe von Amiga-Benutzern wurde ein Projekt gestartet, um den Amiga wiederzubeleben.
Letztes Jahr gründete Gateway Amiga als ein eigenständiges Software-Unternehmen, daß das Amiga-OS entwickeln soll. Im Herbst dieses Jahres soll die Version 4.0 erscheinen, das erste Update seit 1993. Amiga soll in Hardwareentscheidungen miteinbezogen werden, jedoch existieren derzeit keine Pläne, selbst neue Amigas zu produzieren, erläutert Bill McEwan, verantwortlich für Marketing und Software.
"Die Ergebenheit, das Zugehörigkeitsgefühl dieser Plattform gegenüber, hat das neue Amiga-Management in Erstaunen versetzt. Es sei faszinierend, was alles angestellt wurde, um den Amiga am Leben zu erhalten", führt McEwan weiter aus. Und: "Bei der TV-Serie "Babylon 5" werden weiterhin mit Amigas Grafiken erstellt, die Universal Studios benutzen Amiga-Systeme und selbst die NaSa hat bei ihrer "Mars Sojourner Expedition" letztes Jahr Amigas eingesetzt".
Nun sollen neue Partner gesucht und ernannt, sowie das Interesse der Entwickler wieder geweckt werden. Erstmals seit 5 Jahren soll, auf dem User-Treffen in Sacramento Ende des Monats, neue Hardware angekündigt werden. McEwan verspricht einen gewaltigen Sprung vorwärts im Vergleich zur jetzigen Amiga-Technologie. Wir wollen jedermann befähigen an der digitalen Revolution teilzuhaben. Der Amiga bot Multimedia bevor der Begriff geboren wurde.
Das AmigaOS 4.0, welches im November ausgeliefert werden soll, ist zuallererst für Entwickler gedacht und nicht für den Privatanwender. AmigaOS 5.0 soll Ende 1999 erscheinen und beinhaltet eine vollkommen neue, mehrere Medien verbindende Mensch-Maschine Schnittstelle.
Die jetzige Benutzerbasis ist jedoch nicht groß genug, um Wintels übermacht zu brechen. "Das Beste, was Gateway machen kann, ist die Amiga-Gemeinde am Leben zu erhalten", sagt Tim Bajarin, Präsident von "Creative Strategies" in San Jose und lobt Gateway dafür, auf die User zu hören, anstatt die Patente auszuwerten und sich davonzustehlen. Die Amiga-Gemeinschaft ist ebenso wie die Linux-Gruppe kein besonders großer wirtschaftlicher Faktor, doch die begeisterten Anhänger können nicht verleugnet werden. "Jetzt erscheint Gateway als der strahlende Retter in der Not", so Bajarin.
Studien/Bilder zum neuen AmigaOS 5.0.
Übersetzer dieses Artikels: Peter Sander 10.07.1998