![]() |
Eine Initiative des |
|
|
|
Offener Brief an die Gemeinde Quelle Originalartikel: www.amiga.de/diary/executive/ol-0499-e.html |
![]() Jim Collas, Präsident von Amiga |
< !-- hier die Übersetzung einfügen --! >
Dies ist mein erster offener Brief an die Amiga-Gemeinschaft. In vielerlei Hinsicht
bin ich geehrt durch die Gelegenheit, zu so einer großartigen Gemeinschaft von Menschen
zu reden, und eine so einzigartige Marke wie Amiga zu repräsentieren. Es gibt viele
bemerkenswerte Amigianer, sowohl frühere als auch heutige, die verantwortlich sind
für Amigas beeindruckende Produkte und seinen Geist revolutionärer Innovation. Dies
sind Menschen, die das Amiga-Phänomen geschaffen haben, und die Menschen, die dies
durch diese harten Zeiten bewahrt haben. Amiga-Gemeinschaften auf der ganzen Welt
haben den Geist des Amiga am Leben erhalten. Ich kann nicht für mich beanspruchen,
für den früheren Erfolg des Amiga oder seine heutige Ausdauer irgendwie verantwortlich
zu sein. Ich kann nur die Verantwortlichen loben, und hoffen, daß ich dabei helfen
kann, Amiga eine neue Ära der Großartigkeit zu bringen, und die Hoffnungen der Amiga-Gemeinschaft
zu erfüllen.
Die St. Louis-Show vor ein paar Wochen war die erste Amiga-Show, an der ich als
Präsident von Amiga teilnahm. Gemessen an dem Feedback, das ich erhielt, war die
Show ein großer Erfolg. Die Show war gut organisiert und besucht, und hat auch
eine Menge Spaß gemacht. Die Zahl der Besucher lag etwa bei 1.200, aber wichtiger
ist die Tatsache, daß es 14% mehr waren als letztes Jahr. Ich hatte mein Debüt als
Präsident von Amiga, und ich möchte jedem danken, der mich in der Gemeinschaft
willkommen geheißen hat. Besonders möchte ich jenen danken, die mich bis 3 Uhr
Morgens willkommen geheißen haben, und mir gezeigt haben, daß Amigianer wirklich
wissen, wie man Spaß hat. Ihr wißt, wer gemeint ist.
In St. Loius hatte ich Gelegenheit, eine Menge Zeit mit Leuten aus der Amiga-Gemeinschaft
zu verbringen. Mehrmals während der Show machte ich das öffentliche Statement,
daß die Amiga-Gemeinschaft die großartigste Gemeinschaft in der Computerindustrie
ist. Ich bin begeistert, was die Gemeinschaft mit wenig oder gar keiner Unterstützung
durch irgendeine Firma geleistet hat. Ihr habt während extrem harter Zeiten durchgehalten,
und den Geist des Amiga stark und am Leben gehalten.
Unglücklicherweise entstanden einige der Schwierigkeiten, die die Amiga-Gemeinschaft
in den letzten zwei Jahren ertragen hat, durch einige fehlgeleitete Entscheidungen
von Amiga Inc. Es ist für mich jetzt für mich offensichtlich, daß einige sehr große
Fehler gemacht wurden, während in den letzten zwei Jahren ein Pfad für Amiga definiert
wurde. Die geringe Priorität und Unterstützung, die Amiga durch unsere Muttergesellschaft,
Gateway, zugeteilt wurde, hat ebenfalls zu dieser Situation beigetragen. Gateway war
in dieser Periode durch signifikante interne Umformungen anderweitig beschäftigt, die
das Kerngeschäft für die Zukunft stärken sollten. Die Intentionen gegenüber Amiga waren
gut, aber die Situation wurde schlecht gehandhabt. Einige Leute haben mir gesagt,
ich solle aufhören, über vergangene Fehler zu reden, und nur in die Zukunft blicken.
Ich stimme dem zu, aber ich will auch, daß die Menschen klar verstehen, daß ich erkenne,
wie sehr unsere vergangenen Fehler der Gemeinschaft geschadet haben, und den Fortschritt
behinderten. Das ist wichtig, weil ich diese Fehler nicht wiederholen will, also seid
geduldig, wenn ich dies ein letztes Mal diskutiere.
Meiner Meinung nach war der größte Fehler die Entscheidung, die existierende Amiga-Architektur
nicht weiterzuentwickeln, während wir die nächste Generation entwarfen. Dies hat der
momentanen Amiga-Gemeinschaft am meisten geschadet. Die richtige Entscheidung wäre
gewesen, die Produktgenerationen überlappen zu lassen, genau wie es Apple getan hat
während der Umstellung vom Apple II auf Macintosh. Apple entwickelte die Apple II-Architektur
weiter zum Apple III selbst nachdem der Mac erschienen war. Der Apple III war kein
Verkaufsschlager, aber er half den Apple II Hard- und Softwarefirmen, und gab ihnen
Zeit, ihre Produkte auf die neue Mac-Plattform umzustellen.
Im Rückblick und aus der Perspektive der Amiga-Gemeinschaft mag es wie ein unglaublich
dummer Fehler aussehen, die momentane Architektur nicht weiterzuführen, aber das war
nicht offensichtlich für Leute aus der PC-Industrie. Ich möchte diese fehlerhafte
Entscheidung nicht rechtfertigen, sondern einen Einblick geben, wie eine solche
Entscheidung getroffen werden konnte. Das Leben in einer von Wintel PCs beherrschten
Computerindustrie hat das Denken derer beeinflußt, die diese Entscheidung trafen.
In einer von Wintel PCs beherrschten Computerindustrie sind Computer innerhalb von
sechs oder zwölf Monaten veraltet. Die ineffizienz der Architektur fordert ein
ständiges Upgrading von CPUs, Grafik, und Speichermedien, um akzeptable Fortschritte
in Möglichkeiten und Funktion zu bieten. Dies geschieht, wenn in einer Industrie
revolutionäre Innovation durch beschränkte Evolution ersetzt wurde. Aus dieser PC-bezogenen
Sicht konnte sich niemand vorstellen, daß eine Computerarchitektur, die in den
frühen 90ern aufhörte sich zu entwickeln, überhaupt noch Leben in sich haben konnte.
Offensichtlich war diese Sicht sehr eingeschränkt und fehlerhaft, da die Amiga-Gemeinschaft
wieder und wieder bewiesen hat, wieviel Leben noch in der jetzigen Amiga-Architektur
steckte.
Es ist offensichtlich, daß die Gemeinschaft jetzt stärker wäre, wenn wir vor zwei
Jahren entschieden hätten, die jetzige Amiga-Architektur fortzuführen. Zwei Jahre
sind jetzt vergangen, und wir stehen vor einer harten Frage. Ist immer noch Leben
in der jetzigen Architektur? Ich glaube, ja. Die Veröffentlichung von O/S 3.5 spät
im Juli oder früh im August wird der momentanen Architektur erlauben, noch ein paar
weitere Jahre zu leben. Zusätzlich zum O/S 3.5 versuchen wir auch, Firmen zu unterstützen,
die Hardwareerweiterungen zur momentanen Architektur planen. Wir werden auch die Emulation
der jetzigen Amiga-Architektur auf Amigas der nächsten Generation unterstützen, so
das die Leute den Großteil ihrer alten Software nutzen können. Ich verbringe Zeit
mit Schlüsselpersonen der Amiga-Gemeinschaft, um Übergangspläne fertogzustellen
zwischen dem jetzigen Amiga und der neuen Generation.
Jetzt ist es Zeit, über die Zukunft zu sprechen! Ich weiß, daß es eine extrem schwierige
und schmerzhafte Zeit für die Amiga-Gemeinschaft war, aber ich möchte ein Kapitel der
Amiga-Geschichte abschließen und in die Zukunft schauen. Wir haben einen schwierigen
Weg vor uns, auf dem viele wichtige Entscheidungen über unsere Zukunftspläne getroffen
werden müssen. Ich möchte nicht wieder den Fehler machen, die Amiga-Gemeinschaft, ihre
Anforderungen und Dynamiken nicht zu verstehen. St. Louis war für mich ein guter
Anfang, aber ich brauche noch mehr Input, um die Situation besser zu verstehen. Wie
Sie alle wissen, ist die Amiga-Gemeinschaft in Europa sehr stark, mit vielen Amiga-Firmen
und sehr beeindruckenden Individuen. Ich plane für den späten April eine Reise nach
Deutschland und nach Großbritannien, um mehr Anführer aus der Amiga-Gemeinschaft zu
sprechen. Das Ziel dieser Reise ist teilweise, unsere momentanen Gedanken mitzuteilen,
aber hauptsächlich, zuzuhören und zu verstehen. Ich möchte die Meinungen prominenter
Mitglieder der Amiga-Gemeinschaft verstehen. Ich möchte diesen Input benutzen, um unsere
zukünftige Architektur und Pläne fertigzustellen. Ich brauche besonders Hilfe dabei,
zu planen, wie wir auf eine Art und Weise von der alten auf die neue Architektur
umsteigen, die die Amiga-Gemeinschaft gesund erhält.
Etwas, was klar von der Amiga-Gemeinschaft erbeten wurde, war BESSERE KOMMUNIKATION
über die Aktivitäten bei Amiga. Ich verspreche, beginnend mit diesem Brief unsere
Kommunikation zu verbessern, und mit häufigen Postings auf unserer Webseite sowie
verstärkter Interaktion mit der Gemeinschaft fortzusetzen. Unsere Beteiligung an
der St. Louis-Show und meine kommende Reise nach Deutschland und GB sind gute
Beispiele für unsere Bemühungen in diesem Bereich. Der Brief, den Sie im Moment
lesen, wird auf unserer Webseite in der neuen Abteilung "Executive Update"
gepostet, die ich perönlich auf monatlicher Basis aktualisieren werde. In dieser
Abteilung werden sie auch ein Update der größeren Aktionen finden, aufgeführt nach
dem monatlichen Brief an die Gemeinschaft. Ich denke, dies ist ein guter Anfang,
und wir werden fortfahren, unsere Kommunikation zu verbessern, während wir vorangehen.
Wenn Sie irgendwelchen Input über meine "Executive Update" Webseite haben, oder wie
wir unsere Kommunikation verbessern könnten, senden Sie Ihre Vorschläge bitte per
email an executive@amiga.com. Sie können auch
mir direkt email an jim.collas@amiga.com
schicken, aber ich bekomme erhebliche Mengen an email, so daß es einige Tage dauern
kann, bis eine Antwort erfolgt. Die Adresse executive@amiga.com
geht an meinen Assistenten, der wiederum die email an den Amiga-Verantwortlichen
weiterleitet, der am effektivsten darauf antworten kann.
Ich weiß, daß ich meine Begeisterung erst beweisen muß, oder Ihr Vertrauen gewinnen
muß, aber ich hoffe, daß mir dies in den kommenden Monaten gelingt. Wie viele von
Ihnen bereits wissen, bin ich aus einer sehr leitenden Position bei Gateway zurückgetreten,
die eine sehr prominente Position in der PC-Industrie war, um Amiga zu führen.
Ich tat dies, weil ich stark an das glaube, wofür Amiga steht. Ich glaube an den
Amiga-Geist revolutionärer Innovation. Ich glaube daß die PC-Revolution vorüber
ist, weil die innovative Revolution ersetzt wurde durch eingeschränkte Evolution.
Ich glaube, daß eine neue Computerrevolution am Horizont auftaucht, eine, die
das Versprechen erfüllen wird, die Macht der Computer an die Massen zu bringen.
Am wichtigsten, ich glaube das Amiga in dieser neuen Computerrevolution eine wichtige
Rolle spielen wird. Aber Amiga kann dies nicht erreichen ohne die volle Unterstützung
der Amiga-Gemeinschaft. Die Amiga-Gemeinschaft ist eine der großartigsten und innovativsten
Gemeinschaften in der Computerindustrie. Es ist eine Revolutionsarmee, die darauf
wartet zuzuschlagen und ihre prominente Position in der Computerindustrie zurückzufordern.
Ich glaube dies aus tiefsten Herzen, und ich verspreche, all meine Erfahrung, Möglichkeiten,
Industriekontakte und Energie einzusetzen, um Amiga einen starken und aggressiven
Schub zu geben. Ich hoffe, daß ich Sie nicht enttäusche.
"Let's keep the momentum going as we come back for the future."
Mit freundlichen Grüßen,
Jim Collas
President, Amiga
Übersetzer dieses Artikels:
< !-- hier Name und EMail des Übersetzers einfügen --! >
Martin Baute 11.04.1999