<"-- $VER: Y2K.html 1.7 (2.3.199) --> AIDA: Amiga und das Jahr 2000 Problem
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Titel der Übersetzung: Amiga und das Jahr 2000
Quelle Originalartikel: http://www.amiga.com/diary/developers/y2k.html von Olaf Barthel < !-- hier URL des Originals einfügen --! >

< !-- hier die Übersetzung einfügen --! > Um es kurz zu machen, der Amiga als solcher leidet nicht in dem Zusammenhang unter dem Jahr-2000-Problem, wie es aus der PC-Welt bekannt ist. Dennoch steht der Amiga vor drei unterschiedlichen Datum-Problemen und einem spezifischen Jahr-2000-Problem begrenzten Ausmaßes, die hier beschrieben werden. Dieses Dokument wird Ihnen zeigen, wie Sie herausfinden können, ob Ihr Amiga ein Problem mit dem Jahrtausendwechsel hat, um dann im Detail die technischen Aspekte der Probleme und deren möglichen Ursprung zu erklären.

(Dies ist eine überarbeitete Version des Dokuments gleichen Namens, welches am 20. September auf der Amiga, Inc. Webseite erschien.)

1. Wie findet man heraus, ob ein Amiga Jahr-2000-fähig ist?

Der Amiga läuft unter der Kontrolle eines Betriebssystems, genannt AmigaOS, welches entweder voll Jahr-2000-fähig ist, oder unter dem Probleme beim Jahrtausendwechsel auftreten können. Das hängt von der Version des vorhandenen AmigaOS ab. Um herauszufinden, welche Version des AmigaOS auf einem Amiga läft, können Sie einen einfachen Test vollziehen. Dieser Test stellt den Aufruf einer Funktion dar, die in AmigaOS-Versionen, die mit dem Jahr 2000 Probleme haben können, nicht verfügbar ist.

Für diesen Test halten Sie die linke und rechte Maustaste nieder, bevor Sie den Computer einschalten. Halten Sie die Maustasten fest, bis ein Bild auf Ihrem Monitor erscheint.

Dieses Bild sollte so wie eine der drei Illustrationen weiter unten aussehen. Bitte lesen Sie die Beschreibung zu jeder Illustration, um zu erfahren was die Bilder bedeuten.

Das Kickstart-Menu des Amiga 3000

Figure 1: Das Kickstart-Menu des Amiga 3000

Das ist ein Bild vom Amiga 3000, welches Sie auffordert das zu verwendende Betriebssystem auszuwählen. Es stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl. Sie können entweder die ältere KickStart-Version 1.3, oder die neuere Versio 2.x verwenden. Auf dieser Maschine sind beide Versionen Jahr-2000-fähig (der Amiga 3000 ist nicht anfällig für das SetClock-Problem, welches in diesem Papier beschrieben wird, da er eine spezielle Version dieses Utilities verwendet). Wenn ein Bild wie dieses erscheint, bedeutet dies, daß Ihr Amiga Jahr-2000-fähig ist.

Bitte bedenken Sie, daß das Bild auf Ihrem Bildschirm vollkommen identisch mit Figur 1 sein muß.

Das Bootmenu von AmigaOS 2.0/2.1

Figure 2: Das AmigaOS 2.0/2.1 Boot-Menu von AmigaOS 2.0/2.1

Dieses Bild zeigt einen Amiga, der Sie auffordert das Device zu wählen, von dem gebootet werden soll. Wenn dieses Bild erscheint, bedeutet das, daß Ihr Amiga Jahr-2000-fähig ist.

Bitte bedenken Sie, daß das Bild auf Ihrem Bildschirm vollkommen identisch mit Figur 2 sein muß.

Das Bootmenu von AmigaOS 3.0/3.1

Figure 3: Das Bootmenu von AmigaOS 3.0/3.1

Dieses Bild zeigt einen Amiga, der Sie auffordert eine Option der EarlyStartup zu wählen und zu ändern. Wenn dieses Bild erscheint, bedeutet das, daß Ihr Amiga Jahr-2000-fähig ist.

Bitte bedenken Sie, daß das Bild auf Ihrem Bildschirm vollkommen identisch mit Figur 3 sein muß.

Wenn keine dieser drei Illustrationen auf Ihrem Monitor erscheint, ist Ihr Amiga wahrscheinlich nicht völlig Jahr-2000-fähig. Um herauszufinden, woran das liegt, schauen Sie bitte in Abschnitt 5 dieses Dokuments nach.

1.1 Ist die für Amiga geschriebene Software Jahr-2000-fähig?

Die Software für Amiga-Computer ist nicht automatisch Jahr-2000-fähig. Während das Betriebssystem des Amiga zeit- und datumsrelevante Leistungen liefert, die Jahr-2000-fähig sind, war es stets den Software-Entwicklern überlassen diese richtig zu nutzen. Amiga, Inc. leistet weder Support für Applikationen von Drittfirmen, noch gewären sie die Pflege solcher Software.

2. Umfang dieses Dokuments

Der folgende Text bezieht sich auf Amiga-Desktop-Computer, die in den Jahren von 1986 bis 1997 gebaut wurden. Das Beschriebene umfaßt nur Computerhardware die von Commodore-Amiga, Inc., Amiga Technologies GmbH und Amiga, Inc. entwickelt und gebaut wurde. Auf Hardware von Drittherstellern, wie z.B. das "StarBoard" von Micronik, welches neben anderen Features auch eine battariegepufferte Uhr bot, bezieht sich dieser Text ausdrücklich nicht.

Es ist zu bedenken, daß dieses Dokument, so fern es ROM-Betriebssystem und die Amiga Software betrifft, dieses nur Features und/oder Shortcomings des Amiga Betriebssystems abdeckt, welche von Commodore-Amiga, Inc. entwickelt und integriert wurden. Software von Drittfirmen für den Betrieb unter AmigaOS kann sich durchaus anders verhalten, als das OS selbst. Es können Bugs enthalten sein, die das Amiga Betreibssystem nicht aufweist, und anders herum.

3. Wie der Amiga Datum und Zeit handhabt

Das Amiga Betriebssystem folgte bei der Zeitmessung stets dem Unix-Model, wobei die Anzahl der Sekunden gezählt wird, die seit einem festen Zeitpunkt vergangen sind. Unter AmigaOS ist dieser feste Zeitpunkt (auch als 'Epoch' bekannt) der 01.Januar 1978, 00:00:00 Uhr (Unix verwendet den 01.Januar 1970, 00:00:00 GMT). Es verwaltet Zeit und Datum mit einem Modul das als timer.devicetimeval genannt wird. In 'C' schaut das wie folgt aus:


   struct timeval

   {

      ULONG tv_secs;

      ULONG tv_micro;

   };

ULONG bezieht sich in diesem Zusammenhang auf einen nicht beschriebenen 32Bit Wert. Die Struktur tv_secs enthält die Anzahl der Sekunden, die seit dem AmgaOS-Epoch vergangen sind. tv_micro bezeichnet die Anzahl der Microsekunden (der 10-6. Teil einer Sekunde) die seit dem Verstreichen der letzten Sekunde vergangen sind.

3.1 AmigaDOS handhabt Datum und Zeit auf besondere Weise

"AmigaDOS" und "AmigaOS" bezeichnen nicht ein und dieselbe Sache. AmigaDOS ist (kurz gesagt) der Name des AmigaOS-Layers, welcher Filesysteme und deren Aktionen durchführt, den Command Line Interpreter (CLI) und die Mittel zum Laden und wiederfinden ausführbarer Binärdateien. AmigaDOS ist mehr oder weniger eine Protierung des TRIPOS 32Bit Kernel der Cambridge Universität. Es hat seine eigenen, besonderen Datenstrukturen, einschließlich seiner eigenen Version der timeval-Struktur, welche oben beschrieben wurde. Diese Variante ist als DateStamp bekannt und sieht wie folgt aus:


   struct DateStamp

   {

      LONG ds_Days;

      LONG ds_Minute;

      LONG ds_Tick;

   };

Hier bezieht sich LONG auf einen beschriebenen 32Bit Wert. ds_Days enthält die Anzahl der Tage die seit AmigaOS-Epoch vergangen sind (jeder Tag besteht exakt aus 24 Stunden). ds_Minute bezeichnet die Anzahl der Minuten die seit Mitternacht (00:00:00 Uhr) des vorgegebenen Tags vergangen sind. ds_Tick enthält die Anzahl der "Ticks" die seit der letzten Minute abgelaufen sind. Eine Minute besteht aus 3.000 "Ticks", d.h. eine Sekunde hat exakt 50 Ticks.

"Tick" wird oft mit dem "Tick"-Signal verwechselt, welches die Amiga-Hardware, entweder mittels des Netzteils oder des CustomChipSet, erzeugen kann. Die Frequenz dieser "Tick"-Signale der Hardware wird durch die Frequenze des Netzteils (50 oder 60 Hz) bestimmt, oder durch die Jumperstellung auf dem Mainboard (PAL = 50Hz, NTSC = 60Hz). Zwischen den "Tick"-Signalen der Hardware und den "Tick"-Werten für die DateStamp-Struktur besteht kein Zusammenhang. Für ds_Tick des DateStamp sind 50 Ticks immer eine Sekunde, egal welche Frequenz das Netzteil hat, bzw. wie die Jumper auf dem Mainboard gesetzt sind.

AmigaDOS verwendet DateStamps, um das Datum der Erzeugung von Volumes und Files zu benennen. Alle Shell-Kommanos folgen dem gleichen Model, d.h. wenn das Systemdatum über den Shell-Befehl Date gesetzt wird, werden Zeit und Datum im DateStamp-Format ermittelt.

3.2 Ortszeit trifft auf GMT

Dem Amiga Betriebssystem war das Konzept von lokaler und globaler Zeit niemals bekannt. Während das Update auf AmigaOS 2.1 (1992) einen lokalen Preferences-Editor vorstellte, welcher es erlaubte eine Zeitzone auszuwählen, brachte das Betriebssystem selbst dieses Feature nie zur Anwendung und stellte es nie Software-Entwicklern zur Anwendung zur Verfügung. Man könnte vor diesem Hintergrund argumentieren, daß AmigaOS immer für lokale Zeit gerüstet war.

3.3 Wie Amiga seine Systemzeit bewahrt

Die frühen Amiga-Computer hatten keine battariegepufferte Echtzeituhr, die auch bei ausgeschaltetem Rechner die lokale Zeit weiterzählt. Der allererste Amiga z.B. (später Amiga 1000 getauft), hatte keine solche Uhr. Für den Amiga 500 konnte eine battariegepufferte Uhr als Extra-Hardware mit einer Speichererweiterung gekauft werden.

Amiga-Computer-Modele ohne eingebaute battariegepufferte Uhr sind:

Amiga-Computer-Modele mit battariegepufferter Uhr sind:

Diese beiden Listen erwähnen nicht das CDTV und das CD32, das diese nicht wirklich als Desktop-Computer zählen.

Auf Maschinen ohne battariegepufferter Uhr setzt der Amiga seine Systemzeit nach der Modifikationszeit des Bootlaufwerks. Mit anderen Worten, der Zeitpunkt zu dem das letzte File auf einer Disk modifiziert, bzw. erzeugt wurde, bestimmt die Systemzeit. Das dies zweifelsohne ungenau war, fordert der Amiga Sie nach dem Booten dazu auf, die Systemzeit einzustellen. So wie es unten gezeigt wird.

Das Shell-Fenster fordert Sie auf, das Datum einzustellen

Figure 4: Das Shell-Fenster fordert auf, das Datum einzustellen.

Auf Maschinen mit battariegepufferter Uhr wird die Systemzeit beim Bootvorgang ausgelesen. Während AmigaOS der Versionen 1.2 und 1.3 dazu noch ein besonderes Tool, genannt SetClock brauchten, ist diese Funktion seit AmigaOS 2.0 in das KickStartROM integriert worden, wodurch das Utility SetClock zumindest Arbeitslos wurde.

Wenn das System beim Start nicht in der Lage ist die Systemzeit zu setzen, wird die Grundeinstellung verwendet. Diese ist der 01.Januar 1978, 00:00:00 Uhr.

4. Setzen und lesen der Zeit

Der Amiga bietet beides, ein Command Line Interface (CLI) und eine grafische Benutzeroberfläche. Beides durchlief über die Jahre hinweig eine Anzahl von Veränderungen, die unten beschrieben werden.

4.1 Das Command Line Interface (CLI)

Die Shell-Befehle SetClock und Date befassen sich mit dem Systemdatum. Date liest und setzt das aktuelle Systemdatum, während SetClock sich mit der battariegepufferten Uhr befaßt. Dieser Befehl liest und speichert die aktuelle Zeit. Date ist wegen seines von Menschen lesbaren Formats in der Grundeinstellung von besonderem Interesse. Sie können Date aufrufen und werden eine Ausgabe im folgendem Format erhalten:


   19-Sep-98

Wie man sieht, ist die Jahreszahl auf zwei Stellen begrenzt. Auch bei unterschiedlichen Lokalisationen ist das so (z.B. Französich). Zum Glück hät sich die Nummerierung an die folgende Regel:

Um die Systemzeit auf ein Jahr nach 1999 einzustellen, kehren sie die Regel um. D.h. die Eingabe von date 01-jan-01 stellt die Zeit auf den 01.Januar 2001.

Alle Versionen des AmigaDOS-Befehls Date (Version 1.1 bis 37.1) zeigen und verwenden das gleiche Datenformat. Dieses Verhalten ist in allen Revisionen des Amiga Betreibssystems so. Das selbe gilt für die beiden anderen Shell-Befehle, die mit dem Datum zu tun haben. Diese sind SetDate und List. List kann Files und Verzeichnisse auflisten, die seit einem bestimmten Datum erzeugt/verändert worden sind.

4.2 Die grafische Benutzeroberfläche

Die Systemzeit wird mit dem Preferences-Editor gesetzt, der im AmigaOS der Versionen 1.0 - 1.3 eine einzelnes, monolithisches Programm war, wie unten gezeigt:

Preferences-Editor der Workbench 1.1

Figure 5: Preferences-Editor der Workbench 1.1

Die Kontrolle zum Setzen der Systemzeit befindet sich in der oberen linken Ecke des Fensters. Diese erlaubt es die letzten beiden Ziffern des Jahres einzustellen. Das Model folgt dem AmigaDOS-Befehl Date, bei dem ein Jahr kleiner als 78 die Jahreszahl in den Bereich von 2000 bis 2077 bringt und alle anderen Einstellungen sich auf den Bereich von 1978 bis 1999 beziehen.

Mit der Einführung von AmigaOS 2.0 wurde der Preferences-Editor für die Zeit in ein einzelnes Programm mit Namen Time verlagert, wie unten gezeigt:

Preferences-Editor Time der Workbench 2.0

Figure 6: Preferences-Editor Time der Workbench 2.0

In diesem Editor kann das Jahr als vierstellige Zahl eingetragen werden. Dennoch ist der Bereich auf die Jahre 1978 bis 2113 begrenzt.

Im AmigaOS-Update 2.1 wurde der Preferences-Editor für die Zeit überarbeitet, wie man unten sehen kann:

Preferences-Editor Time der Workbench 2.1

Figure 7: Preferences-Editor Time der Workbench 2.1

Wie bei der vorherigen Version des Preferences-Editor Time, kann das Jahr als vierstellige Zahl eigegeben werden. In diesem Fall ist der Bereich auf die Jahre 1991 bis 2099 begrenzt.

5. Die Probleme

Soweit ich heute weiß, steht der Amiga vor vier Datum-Problemen. Zwei werden durch numerischen überlauf ausgelöst, eines liegt in den Grenzen der Hardware begründet und eines ist ein echter Bug, der im Jahr 2000 zuschlagen wird.

5.1 SetClock hört im Jahr 2000 auf zu arbeiten

Die Revisionen 1.2 und 1.3 der Amiga Workbench wurden mit dem Programm SetClock ausgeliefert, welches für das Auslesen der battariegepufferten Uhr beim Start verantwortlich war. SetClock leidet unter einem Bug, der zu einer Falschberechnung der Zeit aus der battariegepufferten Uhr - beginnend mit dem Jahr 2000 - führt. Es ist nur für die Jahre 1978 bis 1999 korrekt. Sobald der Jahreszähler auf 00 läft, wird SetClock glauben es wäre 1978, bis das Jahr 2079 erreicht ist; dann wird SetClock voraussetzen es wäre 1979 -- was nicht unbedingt eine Verbesserung darstellt.

Bitte bedenken Sie, daß nur das Programm SetClock auf den Workbenchdisks von AmigaOS 1.2 und 1.3 dieses Problem haben. Von diesem Probramm wurden verschiedene Versionen ausgeliefert, alle zwische 4.000 und 7.000 Bytes groß. Um zu erfahren, ob Sie eine funktionierende Version besitzen, schauen Sie sich die größe des Files an. Ist es kleiner als 1.000 Bytes, so haben sie wahrscheinlich eine funktionierende Version (und nicht eine der älteren Versionen). Ist Ihr SetClock-Befehl größer als 4.000 Bytes, haben sie wahrscheinlich eine fehlerhafte Version. Dennoch ist die Größe nicht alles. Einige Hardware-Erweiterungen von Drittfirmen verwenden ihre eigene Version von SetClock. Diese tragen den selben Namen, lesen die Systemzeit aber aus einer anderen Hardware. Tauschen Sie diese Custom-Versionen nicht aus. Wenn Ihre Echtzeituhr Teil eines Mouse- oder Keyboardanschlusses ist, verwenden sie wahrscheinlich eine solche Custom-Version.

< !--A fix for this problem is provided in this archive. Download it and unpack it, then read the enclosed SetClock_ReadMe file. --! >

5.2 Negative Zeit

Wie bereits oben ausgeführt, mißt der Amiga die Zeit in Sekunden. Was andeutet, daß die Anzahl der berechneten Sekunden bis zum 19. Januar 2046 um 03:14:07 Uhr die maximale Zahl ergeben wird, die eine 32Bit-Integerzahl annehmen kann. Für das für die Zeit zuständige Modul (timer.device) ist das kein Problem. Applikationen jedoch, und andere Komponenten des Betriebssystems, die die Anzahl der Sekunden als beschriebenen Wert behandeln, werden eine Sekunde später in Schwierigkeiten sein; die Zahl der Sekunden wird auf 2.147.483.648 anwachsen, was im zweiten Ergäzungsform die Negativzahl -2.147.483.648 darstellt. AmigaDOS, welches Zeit immer als bezeichneten Wert behandelt, wird annehmen dieses Datum sei falsch, da "negativ". Schlimmer, die Datumskonversionsroutinen des ROMs legen einen Bug an den Tag, der bei einem Datum nach dem 19 Januar 2046, 03:14:07 alle folgenden Datumsoperationen fehlerhaft werden läßt. Der unmittelbare Effekt daraus kann sein, daß alle Berechnungen des Datums für mehr als zwei Jahre ausfallen.

Dieses Verhalten exitstiert in allen Versionen des AmigaOS. Bisher gibt es keinen Fix, doch es wird danach geforscht, ob dieser Bug durch das Updaten verschiedener AmigaOS-Module (locale.library, dos.library) behoben werden kann. Dieser Bug ist im grunde "nur" die Folge davon, einen nicht beschriebenen Wert als beschrieben zu behandeln.

5.3 Zeitüberlauf

Eine nicht beschriebene 32Bit-Integer kann maximal den Wert von 4.294.967.295 annehmen. Wenn der Amiga diese vielen Sekunden berechnet hat, schreibt man den 7. Februar 2114, 06:28:15 Uhr. Eine Sekunde darauf wird der Sekundenzäler überlaufen und bei 0 wieder anfangen. Mit anderen Worten, am 7. Februar 2114 um 06:28:16 Uhr wird der Amiga glauben, es sei der 01. Januar 1978, Mitternacht.

Für dieses Problem gibt es bisher keinen Fix.

5.4 Die battariegepufferte Uhr kann nur bis 99 zählen

Amigas die mit battariegepufferten Echtzeituhren ausgestattet sind, verwenden eine von zwei verschiedenen Ausführungen. Entweder den Oki MSM6242RS (A500, A2000), oder den Ricoh RP5C01 (A3000, A1200, A4000) Chip. Wie bei Uhrenchips dieser Art üblich, ist der Jahrezähler als zweistellige BCD-Nummer integriert. Wird des Jahr 99 erreicht, läft der Zähler über und beginnt wieder bei 00.

Ab AmigaOS Version 2.0 aufwärts wird beim Bootvorgang die battariegepufferte Uhr auslesen und die Systemzeit danach einstellen. Dies geschieht bei jedem Reset. Weil die Jahrezahl nur aus zwei Stellen besteht, wird der selbe Algorythmus verwendet, wie beim AmigaDOS-Befehl Date. Daraus folgt, daß das Amiga-System-Datum beim Startup immer im Bereich von 1978 bis 2077 liegen wird. So lange bis die Uhr über den 31. Dezember 2077 tickt. Dann wird ein Reset den 01. Januar 1978 als Datum setzen.

Für dieses Problem gibt es bisher keinen Fix.

6. Andere Hindernisse

Der folgende Bereich umfaßt Themen, die sich in anderem Zusammenhang mit der Zeitverwaltung befassen, als dies bisher besprochen wurde.

6.1 In einem Versions-Tag hat ein Jahr nur zwei Stellen

Der AmigaDOS-Befehl Version (der mit AmigaOS 2.0 vorgestellt wurde) kann Versions-, Revisionsnummern und Erstellungsdatum jedes Files anzeigen, die einen String wie den folgenden enthalten:


   $VER: version 40.1 (9.2.93)

Ein solcher String wird "Versions-Tag" genannt. Das Datum, wie es in den Klammern steht, besteht aus Tag, Monat und Jahr (genau in dieser Reihenfolge), von dem keine Position mehr als zwei Stellen enthalten kann. Bei den Versionen 37 und 38 des Befehls Version welche den String entpackten und wortgereu ausgaben, war das kein so großes Problem. Beginnend mit Version 39 jedoch, wurde das Datum unter Verwendung der eingestellten Lokalisation entpackt und ausgegeben. Der hier verwendete Konvertierungsprozess hat einen Hauptfehler in der Form, daß immer die Jahreszahl genommen, 1900 addiert und das Ergebnis ausgegeben wird. Das enstpricht nicht der Art, wie der Befehl Date Jahreszahlen jenseits von 99 behandelt. Um das Jahr 2000 richtig auszugeben, müßte das Jahr als 100 in einem Versions-Tag erscheinen (was garantiert einige Verwirrung stiften würde).

Das oben beschriebene Problem existiert nur bei den Versionen 39.1 und 40.1 des Befehls Version. Um herauszufinden welche Version des Befehls sie haben, öffnen Sie eine Shell und geben Sie folgenden Befehl ein:


   version c:version full

< !-- A fix for the date parsing problem in the Version program is provided in this archive. Download it and unpack it, then read the enclosed Version_ReadMe file. --! >

6.2 Undichte Uhrenbattarien

Eine Battarie liefert die notwendige Energie, um die Hardware der battariegepufferten Uhr auch bei ausgeschaltetem Amiga zu betreiben. Diese Battarien altern. Einige müssen jetzt schon mehr als 10 Jahre alt sein. Alte Battarien können undicht werden und Säre verlieren, was zu großen Schäden am Motherboard des Amiga führt. Oft bleiben undichte Battarien unbemerkt, bis kritische Teile der Amiga-Hardware zu versagen beginnen. Mit Sicherheit wird es bereits zu spät sein, wenn Sie das bemerken...

Es wurde geraten die Uhrenbattarien jedes Amiga-Mainboards auszutauschen, die mehr als drei Jahre alt sind. Die Battarien sind kleine, faßförmige Objekte von ca. 18mm Länge und 15mm im Durchmesser. Sie sehen aus, als würden sie von zwei Klammern gehalten (das sind sie nicht; die Battarien sind festgelötet) und haben eine blaue oder rote Plastikoberfläche. Die Oberfläche ist häfig mit dem Namen des Herstellers (z.B. GP oder Varta) und den Leistungsdaten der Battarie (3.6V, 60mAh) beschriftet. Auch die Anode ("Pluspol") sollte klar bezeichnet sein.

Wo ist die Battarie? Schauen sie nach: Die Battarie kann auf den ersten Blick wie ein Kondensator aussehen. Aber alle sehen aus, wie von zwei Klammern gehalten. Sie ist größer als ein Kondensator auf dem Mainboard und die Bezeichnungen sollten einheitlich sein. Hier einige Tips für das Auffinden der Battarie:

Sie sollten sich wirklich darum kümmern, wenn korrosive Salze den Metallkörper der Battarie bedecken. Solche Battarien sollten so schnell wie möglich ausgetauscht werden. Versuchen Sie nicht die Battarie selbst auszuwechseln. Sie sollten einen Spezialisten aufsuchen, wie Ihren nächstes technisches Support-Zentrum für Amiga.

© Copyright 1989-1999 Amiga



Übersetzer dieses Artikels: < !-- hier Name und EMail des Übersetzers einfügen --! > Martina Jacobs 08.06.1999

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