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Jim Collas in Dejanews Usenet Newsgroup
Quelle Originalartikel: http://x38.deja.com/ST_rn=ap]/getdoc.xp?AN=503012271&CONTEXT=932466549.1583087619&hitnum=1

Subject:Re: Warum fragte Amiga nie, was wir möchten?
Date: 1999/07/20
Author:Jim Collas <jim.collas@amiga.com>
  Posting History


Im Artikel <7mnf9b$gju$1@nnrp1.deja.com>schreib:
countchocula_the_1st@yahoo.com
 
[Schnitt - sachliches Wettern von einer Person mit guten Absichten]
 
Warnung! Ich habe es verdient, auch einmal herumzuschimpfen. Also lege ich jetzt los:
 
Ich weiß, wir müssen die Kommunikation noch weiter verbessern, doch augenscheinlich ist die Kommunikation mit einer großen Gemeinde schwierig. Ich unternehme bedeutende Anstrengungen, um der Amiga-Gemeinde zuzuhören und sie zu verstehen. Hunderte von Stunden habe ich in den letzten paar Monaten damit verbracht, der Amiga-Gemeinde zuzuhören und mit ihr zu korrespondieren. Hier sind einige der Aktivitäten:

1) Ich traf mich mit über hundert Amigianern in mehreren Gruppen in St. Louis, um deren Beiträgen zuzuhören.
2) Ich habe mich mit mehreren Groups in den USA getroffen, um Eingaben zu erhalten. Ich habe verschiedene Pressekonverenzen abgehalten, um Eingaben zu erhalten.
3) Ich flog im Mai extra nach Deutschland und England, um mich mit 60 bis 70 prominenten Amigianern zu treffen und deren Beiträgen zuzuhören. Mehrere Feedback-Sitzungen von mehreren Stunden Dauer.
4) Ich traf mich in England und Deutschland mit Amiga-Entwicklern in Schlüsselpositionen.
5) Ich las täglich die bekanntesten Amiga-Newsgroups.
6) Wir haben eigene Foren gestartet, um Eingaben zu erhalten.
7) Ich habe täglich über hundert Emails von der Amiga-Gemeinde gelesen und viele davon beantwortet.
8) Jede Woche spreche ich häufig mit Leuten aus der Amiga-Gemeinde.
9) Bill McEwen und Darreck Lisle lasen hunderte von Emails jeden Tag und fassen die häufigsten Eingaben und Fragen für mich und andere Geschäftsführer zusammen.
10) Wir sind dabei, einen Amiga-Beirat aus prominenten Amigianern, die von der Gemeinde nominiert wurden, einzusetzen.
11) usw. ...

Wie Sie sehen können, war ich bei tausenden von gemeinsamen Aktionen mit der Amiga-Gemeinde dabei. Ich frage mich, ob irgendjemand realisiert, wieviel Anstrengung das an der Spitze der Geschäftsleitung ist. Ich frage mich, ob irgendjemand realisiert, wieviele Reisen, fern von meiner Familie, das sind. Ich mache das, weil mich das was Sie denken kümmert. Ich höre der Gemeinde zu und denke bei der Planung genau über ihre Eingaben nach. Um unsere Pläne besser zu verstehen, sollten die Leute ein paar Dinge bedenken:

1) Es gibt in der Gemeinde viele unterschiedliche Meinungen darüber, was zu tun ist. Sehr oft ziehen die Leute in entgegengesetzte Richtungen.
2) Es gibt keinen einheitlichen, konsequenten Satz aus Anforderungen aus der Gemeinde.
3) Ich versuche die fehlerhaften Entscheidungen von mehreren Jahren wiedergutzumachen. Das machte die Situation sehr schwierig. Durch die Unterbrechung können wir einfach keine Produktlinie hervorbringen, wie die meisten Firmen dies könnten. Das heißt auch, ich bin in eine Gemeinschaft mit wenig Geduld (verständlich) eingetreten.
4) Eine bedeutende Anzahl von veränderlichen Größen ist zu bedenken und es ist unmöglich, diese alle öffentlich mitzuteilen.
5) Es gibt viele Dinge, die die Gemeinde bezüglich des Vorwärtskommens der neuen Technologie nicht weiß.
6) Wir können nicht alle unsere strategischen Pläne öffentlich teilen.
7) Dies ist für Wettbewerber eine extrem schwierige Industrie . Es gibt viele große Spieler mit dicken Taschen. Microsoft hat gerade die 500-Miliarden-Dollar-Marke überschritten. Wir können da nicht einfach mit einer "Ich auch"-Strategie hereinspazieren.
8) Wir sind eine sich aufbauende Firma an der Startlinie, nicht nur ein Produkt. Realisieren die Leute, wie schwer das schnell zu machen ist?
9) Es gibt Beschränkungen bei Budget und Resourcen. Wir arbeiten so effektiv und sorgfältig, wie wir können.
10)Es gibt Leute, die auf alles einschlagen werden. Egal was wir tun. Das ist für mich bedauerlich, doch diese Leute haben, wegen der Vergangenheit, verstänlicher Weise die Nase voll.

Ich weiß, das ist frustrierend, aber verurteilen Sie mich nicht für die vergangenen paar Jahre. Die sind vermasselt worden und ich hatte nichts damit zu tun. Richten Sie mich nach den letzten 5 Monaten. Ich führe Amiga, wie sie seit langem nicht geführt worden ist - als eine aggressive, unabhängige und visionäre Firma. Ich wäge Technologie, Geschäft, Marketing und Industriedynamik gegeneinander ab, um mit einem Plan hervorzukommen, der uns eine große Chance gibt, wieder eine treibende Kraft in der Computerindustire zu sein. Wir befinden uns in einem sehr schwierigen Dilemma und ich bin dabei einen sehr starken Plan festzulegen, um uns da herauszuholen. Es ist nicht einfach, alle Variablen, die in diesen Plan einfließen, zu verstehen. Noch schwieriger ist es, diese öffentlich bekannt zu machen. Dieser Plan erfordert vielschichtige Kompromisse und das Setzen von Prioritäten und nicht jeder wird das verstehen oder dem zustimmen. Bedenken Sie auch, das erste veröffentlichte Produkt wird nicht das Ende unseres Fahrplanes sein. Das Einzige, was ich Ihnen versichern kann ist, dass ich mich um die Gemeinde sorge und ihr zuhöre. Ich werde es vorantreiben, um den Amiga unnachgiebig und aggressiv als treibende Kraft zurückzubringen. Es gibt 101 Dinge, die ich mit meiner Cariere machen kann, aber das ist meine Leidenschaft. Ich brauche die Amiga-Gemeinde dabei im Rücken, sonst werden wir scheitern. Wir haben noch einen letzten Wurf. Wir können es uns nicht leisten, uns ablenken oder beunruhigen zu lassen. Wir MÜSSEN zusammenhalten, um Erfolg zu haben.

Danke für's Zuhören

Sincerely,
Jim
 
 
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Übersetzer dieser Artikel: Martina Jacobs 22.07.1999 < !-- hier Name und EMail des Übersetzers einfügen --! >


Anmerkung des Übersetzers:

Ganz gegen meine übliche Vorgehensweise, kann ich mich hier eines Kommentars nicht erwehren. Wie dieses Posting von Jim Collas überdeutlich zeigt, leidet er ganz offensichtlich unter den lauten Unmutsäußerungen der Amiga-Gemeinde. Was auch immer dieser Mann tut und macht, es ist augenscheinlich einer Vielzahl der Gemeindemitglieder nicht genug oder nicht gut genug. Ich will hier nicht als Anwalt für Jim Collas auftreten, jedoch bin ich der Auffassung, dass dieser Mann in den wenigen Monaten, seit er an der Spitze von Amiga steht, weitaus mehr bewegt hat, als jeder seiner Vorgänger. Obendrein empfinde ich es als beachtenswert, dass er sich die unglaubliche Mühe macht, an den Threads in der Gemeinde teilzunehmen und ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Wünsche hat.

Doch eines dürfen wir auf keinen Fall vergessen. Die Amiga-Gemeinde, das ist nicht nur Du und ich, das sind tausende der unterschiedlichsten Menschen auf der ganzen Welt, mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen und Ansprüchen. Wer glaubt, dass irgendjemand in der Lage ist, bei so vielen verschiedenen Wünschen und Vorstellungen, jeden zufriedenzustellen, der sollte jetzt innehalten und nachdenken. Was wir erwarten, und was wir bekommen werden, wird nicht für jeden das große Ideal sein. Manchen wird es vielleicht sogar enttäuschen. Aber vergeßt eines niemals: Amiga war immer auch ein Begirff für Kreativität. Die heutigen Amiga-Konfigurationen ähneln Fingerabdrücken - kaum einer ist dem Anderen gleich. Wer die Technologie-Einführung aufmerksam gelesen hat, hat sicher erkannt, dass auf dem Next Generation Amiga diese Kreativität und Individualität auch weiterhin ihren Freiraum finden wird.

Wir dürfen nicht zu sehr an dem Alten, liebgewonnenen festhalten. Das würde jeden echten Fortschritt verhindern. Laßt uns nach vorne blicken, nicht zurück. Ganz gewiß wird das Gute aus unserem jetzigen Amiga in den NG einfließen. Auch das geht klar aus der Technologie-Einweisung hervor.

Ich jedenfalls, freue mich schon darauf, auf dem Next Genartion Amiga auf Endeckungsreise zu gehen - so wie damals mit meinem allersten Computer - dem C64. Etwas völlig Neues und nicht nur die Erweiterung des Alten...

Nach all der Aufregung und unseren Forderungen nach Öffentlichkeitsarbeit an Amiga, müssen wir Jim Collas und seinen Mitarbeitern eine reelle Chance geben. Sie haben ein Ziel und geben sich ganz offensichtlich Mühe uns zu verstehen. Das allein ist schon sehr viel mehr, als in den vergangenen Jahren geschehen ist. Das ist meine Meinung.

Es wäre natürlich das Beste, wenn Amiga jedem Amigianer seinen persönlichen Wunschcomputer bauen würde. Doch das ist unmöglich, wie sicher jeder nachvollziehen kann. Oder suchen wir gar in jeder Veröffentlichung von Amiga nach Unzulänglichkeiten, weil wir uns nach all den Jahren des Stillstandes garnicht mehr vorstellen können, dass diese Leute etwas auf die Beine stellen, was uns staunen lassen kann.... ?? ;-)

mfG, Martina Jacobs 20.07.1999


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