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Über Heiligtümer, die Revolution und einem Kerl namens Collas
Subject: Über Heiligtümer, die Revolution und einem Kerl namens Collas ----------------------------------------------------------------------------------------------
Lassen wir den Blick etwas weiter schweifen, sehen wir, dass der Raum nach den Anforderungen von Schreibtisch und Computer eingerichtet wurde. Als Sie in diesen
Raum hinein kamen, haben Sie zuerst entschieden, wo der Computer hin sollte. Stromleitungen wurden verlegt, Telefonleitungen verlängert - gerade so, dass Ihr
Computer dort stehen konnte, wo Sie ihn hinhaben wollten. Wo er stehen mußte. Dieser Raum ist Ihre physische Umgebung für die Beschäftigung mit dem
Computer. Ob Sie im Web browsen, Ihre Emails lesen, ein Programm schreiben, Ihre elektronische Finanzbuchhaltung machen wollen, egal was; Sie gehen dazu in diesen
Raum. Hier werden Rituale vollzogen. Mit den richtigen Zaubersprüchen und ausreichenden Opfern können Sie Stärke, Macht und Wissen erreichen.
Dieser Raum ist ein heiliger Platz, mit dem Computer als Altar.
In füheren Zeiten waren die heiligen Plätze größer. Es gab weniger davon. Priester durchschritten schweigend die heiligen Plätze, empfingen
die Gebete von einer auserwählten Schar, beschafften Segen für den Gott, leiteten die Bestrafung auf die Sünder herab. Natürlich sind die heiligen
Plätze von denen ich spreche die Daten- und Computerzentren. Sie wollten nicht länger über Nacht auf Segen oder Bestrafung warten. Und die Götter
erhörten sie. Und die Revolution kam.
"Sehet! Der persönliche Altar! (auch als Bausatz zu haben)" Die erwählte Schar mußte nicht länger erwählt werden. Die Schar wuchs zu
den Massen heran. Und die Massen konstruierten ihre eigenen Heiligtümer in denen sie ihre eigenen Altare errichteten. Die Priester wurden verbannt. Führung
und Wissen war für jeden in seinem eigenen Heim verfügbar. Geheimnisvolle Gebete wurden von simplen Phrasen abgelöst. Und die Massen sahen, dass es gut war.
Einige jedoch wurden unzufrieden. Von der eigentlichen, auserwählten Schar gelehrt oder selbst dazugehörend, hatten sie mächtige Visionen. Sie sind die Weisen.
Als die Massen wuchsen, wurden die Altare ein immer größerer Teil des täglichen Lebens. Einige der Massen werden Stunden, sogar Tage in einsamer Vertrautheit
mit ihren Heligtümern verbracht haben, um Wissen und Zufriedenheit zu erlangen. Dies sind religiöse Fundamentalisten. Sehr oft in Zeiten, da andere
Familienmitglieder das Heiligtum im Heim mieden, bis hin zu dem Punkt, an dem manche mehrere Heiligtümer in ihrem Haus errichteten - jeder davon mit seinem eigenen
Altar.
Den Weisen bereitete das große Probleme. Sie beteten lange, oft in der Stille. Dann kam die Vision und die Antwort war gefunden: Altäre sollten nicht länger auf
Heiligtümer beschränkt sein! Laßt die Leute zu jedem Altar beten, ungeachtet Ihrer Religion! Die Betenden sollen immer und überall erhört werden!
Reißt die Grenzen nieder, vereint die Welt, Revolution! REVOLUTION!!!
"Sehet! Der Informationsgeräte-Altar! (auch als Einzelkomponente zu erhalten)." Die Türen der Heiligtümer brachen auf. Strahlen aus Licht bohrten sich
in die schwermütige Dunkelheit. Die Massen schauten auf. Geblendet vom Licht traten sie in die Welt hinaus und freuten sich, denn sie waren befreit.
Doch einige der Fundamentalisten schauten auf die neuen Altäre und urteilten diese als unheilig, denn sie fürchteten sich davor, ihre Heiligtümer zu verlassen.
"Diese neuen Altäre sind nicht heilig. Wie sollen wir es erlauben, dass diese unsere alten, heiligen Altäre ersetzen? Das ist keine Erlösung, das ist Wahnsinn!",
riefen sie aus. Aber im Geheimen fürchteten sie nicht die Altäre, sondern die Freiheit. Die Verwandlung ihrer Heiligtümer in lauter Räume der Dunkelheit, Gargoyles und
Staub erfüllte sie mit Schrecken. "Was ist ein Altar ohne Heiligtum?", fragten sie. "Freiheit und Harmonie", riefen die Massen aus. Jedoch glaubte man ihnen
nicht.
Und so blieben die Heiligtümer zurück. Mit dem Laufe der Zeit begannen die Heiligtümer langsam zu Staub zu zerfallen. Manchmal kommen die erleuchteten Massen mit ihren
Kindern zu den Heiligtümern, wie Eltern ihren Kindern im Museum Werkzeuge längst vergangener Zivilisationen zeigen. Sie finden dort einen alten, schmutzigen Mann, der ihnen
etwas über Sünder, Heiden und einem Kerl namens Collas zuknurrt. Niemand weiß, was der Einsiedler in seinem Lager macht. Niemand kann sich denken, warum er dieses
selbstauferlegte Exil wählte, dieses Gefängnis.
Niemand hat bemerkt, wie das letzte der Heiligtümer in sich zusammenfiel.
Was ich damit sagen will ist: Die nächste Computerrevolution dreht sich nicht um coole Hardware. Es geht darum, von wo aus Sie auf Computerdienste zugreifen können. So wie
PCs diese Dienste aus den Datenzentren herausgeholt und auf die Schreibtische der Leute gebracht haben, wird diese Revolution Computerdienste aus den ihnen gewidmeten,
persönlichen Heiligtümern herausholen und sie allgegewärtig verfügbar machen, überall im Heim und später ziemlich wahrscheinlich überall auf der Welt.
Die Computerhardware wird sich in Form von Komponenten irgenwo in Ihrer Stereoanlage oder Ihrem Heimunterhaltungszentrum befinden. Der Zugriff wird über Informationsgeräte
(Pads, TV, die Tür des Kühlschrankes) erfolgen. Der Computer wird nicht länger etwas sein, vor dem Sie sitzen müssen. Das können sie natürlich tun, wenn
Sie das wollen, aber sie müssen nicht. Liegen Sie auf der Coutch und surfen Sie im Web, lesen Sie ihre Emails im Garten. Doch das können sie schon mit einem Laptop oder einem
PDA. Was ist also anders? Der Unterschied ist, dass dies alles sich in einer einzigen, einheitlichen Umgebung befinden wird. Ein Laptop ist ein stand-alone System. Um Informationen von
Ihrem Laptop auf Ihren PC zu bekommen, bedarf es bedeutender physischer Anstrengung (den Laptop neben den Computer stellen, Kabel einstecken oder ein Schleichnetz verwenden).
Um Informationen vom PC auf den Laptop zurück zu bekomme, muß der ganze Prozess wiederholt werden. Nach der Revolution wird Heimcomputer, Ihr Laptop, Ihr PDA fähig
sein, von überall in der realen Welt auf Ihr eigenes Stück Informationsraum in der virtuellen Welt zuzugreifen.
Wie also bringt sich Amiga selbst in Position für diese Revolution? Die Annäherung geschieht zweifach: Hardwareinfrastruktur und Softwareinfrastruktur.
Auf der Hardwareseite werden Heimzentren (oder wie auch immer diese heißen werden) ein großes Geschäft sein. Vom Verkauf her mit Stereo und Video zu vergleichen. Die
Umwandlung von Altar im Heiligtum in ein Stück Metall und Plastik, das irgendwo in einer Ecke steht, wird nicht plötzlich erfolgen. Die Einstellung der Leute muß sich ändern.
Amiga positioniert sich selbst als Führer in diesem Markt mit der Vorstellung vom Begründer und durch dem Erschaffen von Hardware. Um den Wechsel in den Gedanken der
Menschen zu erleichtern, wird die Hardware als normales Computersystem erscheinen, gleichzeitig aber die Fähigkeit besitzen, zum Informationsgerät zu werden. Oder zumindest der Weg dorthin sein, indem sie die Basis für zukünftige, echt
Die Hardwareinfrastruktur ist nichts ohne die Softwareinfrastruktur (und umgekehrt). Diese ganze Kommunikation und Räumlichkeit muß durch Software erleichtert werden. Auch in
diesem Markt versucht Amiga zu führen, indem durch die Integration existierender und neuer Softwaretechnologien ein Höchstmaß an Verbindungsfähigkeit, Portierbarkeit und
Zugriffsmöglichkeit in einer einheitlichen Umgebung geschaffen werden. Das ist Amga OE und AmigaObjects. Auch das ist als allein nicht die Revolution.
Hardware und Software zusammenzubringen ist nicht die Revolution. Die Revolution ist eine fundamentale Änderung in der Weise, wie wir über die Arbeit mit Computern und
Computer selbst denken. Amiga versorgt uns und den Rest der Welt mit den Werkzeugen, die diese Änderung erlauben. Die Revolution ist das, was die Leute mit diesen Werkzeugen
machen werden. Sie, ich, Collas, jeder Andere bei Amiga. Wir sind Revolutionäre. Öffnen Sie die Türen, reißen Sie die Grenzen nieder, lösen Sie die Ketten,
betreten Sie die Welt. Computern wird nicht länger eine geweihte Pilgerstätte, nicht länger ein heiliger Altar, verschlossen in einem Heiligtum, sein. Es wird immer da sein,
wo Sie gerade sind. Das ist die Revolution.
Übersetzer dieses Artikels:
Martina Jacobs 25.07.1999
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Quelle Originalartikel:
http://x43.deja.com/[ST_rn=ps]/getdoc.xp?AN=503228990&CONTEXT=932923559.1971454016&hitnum=21
Date: 1999/07/20
Author: Ktdetlie ktdetlie@amigazone.com
Posting History
Diese Meldung war ursprünglich über jvan006@cs.auckland.ac.nz
in comp.sys.amiga.misc an Alle gerichtet und wurde von KTDETLIE für Sie weitergeleitet.
Jim Collas sagte, dass er sie mochte, dies auch seine Vision war und er es nicht besser hätte sagen können.
[WARNUNG! Es folgt das lange, wirre Gefasel eines phantasierenden Traumtänzers. :-) ]
Wenden Sie Ihre Augen für einen Moment vom Bildschirm und schauen Sie sich um. Was sehen Sie? Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, was Sie sehen.
Sie sitzen vor einem Schreibtisch der von Monitor, Tastatur und Maus bestimmt wird. Ein Computer steht eher unter dem Schreibtisch auf dem Boden. Wenn der
auf dem Tisch steht, liegt das mehr an physikalischen Beschränkungen (maximale Kabellänge, Zugriff), als dass es Ihre Wahl gewesen wäre. In der
unmittelbaren Umgebung türmen sich Papier, Bücher, Magazine auf dem Schreibtisch und in nahen Regalen. Eine große Menge davon ist da, um
Ihnen den Umgang mit dem Computer und der Sofware zu erleichtern.
---JvdL---
(Wer, der bis hier gelesen hat, ist verblüfft!)