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1 MByte Chip-Ram für Alle



Eingesandt von Gerd Engelmann
Gerds Homepage

Achtung: Wir übernehmen keinerlei Haftung für Schäden an Hard- und/oder Software, die durch unsachgemäßes Arbeiten im Rahmen des in diesem Artikel beschriebenen Umbaus entstehen. Wenn Sie keine Erfahrung mit Lötarbeiten an Computerbauteilen haben, fragen Sie einen Fachmann um Hilfe!

Diese Anleitung stammt aus dem Amiga-Magazin-Sonderheft "Hardware´92".

Wer oft mit Grafikprogrammen arbeitet, hat´s sicher schon erlebt:Während einer Operation, z.B. dem Ausschneiden eines Bildteils, alarmiert die Meldung, dass der vorhandene Speicher nicht ausreicht und die Operation abgebrochen wird. Und das, obwohl der Amiga mit einer zusätzlichen Speicherkarte aufgerüstet wurde.

Der Grund für die Fehlermeldung ist einfach: Die Ram-Karte wird vom Amiga als Fast-Ram ins System eingebunden. Grafikprogramme wie DPaint benötigen zum effektiven Arbeiten aber viel Chip-Ram. Chip-Ram heißt der Teil des Speichers, auf den die Custom-Chips für Sound und Grafik per DMA (Direct Memory Access = direkter Speicherzugriff) zugreifen können. Das Fast-Ram liegt ausserhalb dieses Bereiches.

Ältere Amiga-Modelle können auch nur 512 KByte Chip-Ram ansprechen. Die Ursache liegt im älteren Agnus 8371 oder an einem nicht voll aktivierten Agnus 8372A. Mit etwas Löterfahrung und Werkzeug können Sie Ihrem Amiga zu mehr Chip-Ram verhelfen. Den Agnus-Typ kann man an der Typenbezeichnung des Chips ablesen. Der Agnus ist der quadratische IC auf dem Board. Wenn Sie die Platinenrevision Ihres Amiga wissen, läßt sich auch daraus auf den Agnus-Typ schliessen. Die Platinenrevision findet man beim A500 rechts vor dem Diskettenlaufwerk und beim A2000 links vorne in der Ecke. Oft wird die Nummer von einem Aufkleber verdeckt, den man erst entfernen muss. Findet sich beim A500 an der angegebenen Stelle keine Bezeichnung, so handelt es sich um ein Board der Revision 3. Die Tabelle "Platinenrevisionen" zeigt eine Liste der Platinenrevisionen und deren technische Daten. Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf die Grundausstattung des jeweiligen Amiga-Modells.

Modell
Amiga 500
Amiga 500
Amiga 2000
Amiga 2000
Platine
Rev. 3 bis 5
Rev. 6A und 7
Rev. 4.1 bis 4.5
Rev. 6.0 bis 6.2
Agus-Typ
Fat Agnus 8371
Fat Agnus 8372 A
Fat Agnus 8371
Fat Agnus
Ram-Chips
256 K x1 Bit
256 K x 4 Bit
256 K x 4 Bit
256 K x 4 Bit
Chip-Ram
512 KByte
512 KByte
512 KByte
512 KByte
Fast-Ram
0 KByte
0 KByte
0 KByte
0 KByte

Nachdem Sie nun Ihre Hardware erforscht haben, wenden wir uns dem Umbau zu. Nachfolgend eine Anleitung für die verschiedenen Amiga-Modelle. Der Umbau funktioniert beim A500 nur, wenn Sie eine Speicherkarte mit mindestens 512 KByte Ram im internen Memory-Schacht installiert haben.

Amiga 500 Rev. 7

Dieses Modell ist bereits mit einem Fat Agnus 8372 A ausgestattet. Ändern sie die Verbindung der drei Lötaugen des Jumpers "JP2" von Unten/Mitte nach Mitte/Oben. Verwenden Sie hierzu ein scharfes Messer und einen Lötkolben. "JP2" finden Sie zwischen Prozessor und Kickstart-Rom. Ausserdem müssen Sie noch bei Jumper "JP7A" die Verbindung Mitte/Unten auftrennen. "JP7A" liegt in der Nähe der internen Speichererweiterung. Fertig.

Amiga 500 Rev. 6A

Bei diesem Board sind zunächst die gleichen Änderungen wie bei Rev. 7 durchzuführen. Die Lage und Art der Jumper stimmt überein. Zusätzlich müssen Sie noch die Verbindung der beiden Lötaugen von Jumper "JP4" auftrennen. "JP4" finden Sie zwischen Agnus-Chip und Kickstart-Rom. Bei einigen Platinen der Rvision 6A ist noch ein Fat-Agnus 8371 installiert. Er muss natürlich gegen einen 8372A getauscht werden. Fertig.

Amiga 500 Rev. 5

Ändern Sie "JP2" wie bei Rvision 7 angegeben. Tauschen Sie den Fat-Agnus 8371 gegen einen 8372A. Um zu verhindern, dass der Amiga im NTSC-Modus bootet, müssen Sie Pin 41 des 8372A hochbiegen oder isolieren. Der Anschluss darf keinen Kontakt mit der Fassung haben. Anschließend trennen Sie die Leiterbahn wie unten in der Abbildung gezeigt auf. Fertig.

Amiga 500 Rev. 3

Bei dieser Version ist der Umbau am schwierigsten. Tauschen Sie den Fat-Agnus 8371 gegen einen Fat-Agnus 8372A. Um zu verhindern, dass der Amiga im NTSC-Modus bootet, müssen Sie Pin 41 des 8372A hochbiegen oder isolieren. Der Anschluss darf keinen Kontakt mit der Fassung haben. Durchtrennen Sie die Leiterbahn zu Pin 52 des Prozessors (MC 68000). Verbinden Sie das Ende der Leiterbahn (das Ende, das nicht mit dem Prozessor verbunden ist) mit Pin 47 des Prozessors. Trennen Sie die Leiterbahn an Pin 32 (EXRAM) der Memory-Port-Steckerleiste auf. Der Anschluss darf keinen Kontakt mit der Fassung haben. Fertig.

Amiga 2000 Rev. 4.x

Finden Sie den Jumper "J101" rechts unten neben der Steckverbindung zur Stromversorgung CN400. Diese Jumperposition besteht aus drei Stiften. Zwei davon sind durch einen kleinen Stecker verbunden. Stecken Sie diesen nach links um, so dass er die Mitte mit dem vorher freien Stift verbindet. Anschließend müssen Sie den Jumper "J102" durchtrennen. Er hat zwei Lötaugen und liegt rund zwei Zentimeter rechts von "J101". Anschliessend wird die Verbindung zwischen den Lötaugen von "J500" durchtrennt. Er liegt etwa zehn Zentimeter oberhalb von "J102". Fertig.



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